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Liebe und Hass

14.12.2010 | Keine Kommentare

Liebes Tagebuch!

Es ist Dezember! Unglaublich, wie schnell das Jahr vergangen ist! Ich weiß, man denkt sich jedes Jahr im Dezember „Das Jahr ist aber schnell vergangen.“. Aber dieses Jahr empfinde ich das stärker denn je. Mir kommt’s so vor, als wäre gestern erst Juli und vorgestern erst Sylvester 2009 gewesen. Einerseits ein gutes Zeichen – denn es zeigt, das viel passiert und mir nicht langweilig gewesen ist. Auf der anderen Seite stellt sich mir die Frage, ob ich jeden Moment auch wirklich ausgekostet und genossen hab wie sich das gehören sollte. Oder ob ich viele Dinge als selbstverständlich sah – und die Zeit deswegen so schnell vergangen ist.

Bevor ich mich allerdings in tief psychologische Gefilde vorwage und darüber sinniere, wie man sein Leben am besten genießen und auskosten sollte, mach ich’s mir diesmal ein bisschen einfacher. Es gibt einen Song, den ich für den letzten Eintrag in 2010 sehr passend finde und den ich nun Auszugsweise zitieren und Stellenweise adaptieren möchte – gefolgt von einer kleinen Wunschliste für 2011. Immerhin ist das Jahr ja noch nicht ganz vorbei und noch genug Zeit für Skandale oder herausragende Leistungen – und da man die Weihnachtszeit in Frieden mit seinen Mitmenschen verbringen sollte, heb’ ich mir den PvhV-Jahresrückblick 2010 für meinen ersten Eintrag im Januar 2011 auf :-)

Bitteschön!

Was ich lieb’, das ist ein dicker Beat und ein Bass -

Was ich hass’, dass das den andern DJs nicht passt.

Was ich lieb’, wenn jeder im Club zu meiner Mukke bangt -

Was ich hass’, wenn mein Kopf und mein Magen nach ner durchzechten Nacht brennt.

Was ich lieb’, dass plötzlich alle meine Musik zu schätzen wissen -

Was ich hass, die meisten wollen nur Plätze auf der Gästeliste.

Was ich lieb’, “Du spielst die fettesten Beats, ehrlich ich schwör” -

Was ich hass’, dass ich das von vielen nur vorne rum hör.

Was ich lieb’, ist auf all unsere Parties zu gehn -

Was ich hass’, überall die gleiche Scheiße zu sehn.

Was ich lieb’, die ganze Halle voller jubelnder Kids -

Was ich hass’, is das Szeneinterne infantile DJ-Gediss.

Was ich lieb’, is Tanzende Frauen mit tollen Ärschen und krassen Titten -

Was ich hass’, dass die mich ständig um David Guetta bitten.

Was ich lieb’, ein interessantes Interview mit guten Fragen -

Was ich hass’, “van het Veld, wie kamst du auf diesen Namen?”

Was ich lieb’, nach jedem Auftritt meine Gage in bar -

Was ich hass’, der Satz: “Soviel hab’ ich grad’ ehrlich nicht da.”

Was ich lieb’, ans DJ-Pult steppen und es Fake DJs mit eigenen Beats zu zeigen -

Was ich hass’, wenn sie dann anfangen auf persönlich zu beleidigen.

Was ich lieb’, auf ‘nem Gig die Hand in der Luft vor und mit 1000 Kids -

Was ich hass’, die meisten DJs Posen nur, doch das bringt auf Dauer nichts!

Was ich lieb’, “Hey Alter, Mann, ich lieb’ deinen Scheiß!” -

Was ich hass’, wenn meine Musik nicht alle Leute gleichermaßen erreicht.

(aus: Blumentopf – Liebe und Hass)

Für 2011 wünsche ich mir…

…mehr Platz in unseren Clubs und auf unseren Parties für Newcomer und Talente wie z.B. „Gudrun von Laxenburg“, meine persönliche Entdeckung des Jahres 2010. Jedem der die Jungs nicht kennt sei geraten: Youtuben!!! Ich bin großer Fan!

…mehr Kritikfähigkeit der DJs und Acts in diesem Land. Nur weil man einen Auftritt Scheiße fand heißt das nicht, dass man auch die Person an sich Scheiße findet. Wer mit Kritik nicht umgehen kann, hat auf einer Bühne definitiv nichts verloren. Weder ein alter Haudegen wie ein Tom Snow der’s eigentlich besser wissen sollte, noch die ganzen Newcomer die bisher nur ne Handvoll Gigs gespielt haben.

…dass die DJs, die für das Warm Up auf den Parties und in Clubs verantwortlich sind endlich aufhören, bereits zwischen 22h und 01h sämtliche Hits zu verblasen. Ihr kommt ja eh auch in den Genuss die Prime Time zu spielen – wie wäre das wenn bereits um 02h kein einziger Hit mehr übrig ist um das Publikum zum auszucken zu bringen? Reflektiert euer egoistisches und (pardon) dämliches, Selbstverherrlichendes Verhalten in der Rolle des Vorprogramm DJs und lernt endlich eure Rolle kennen und zum Wohle der gesamten Partynacht euer Ego zurück zu schrauben!

…mehr Wertschätzung und Honorierung der heimischen Veranstalter gegenüber den heimischen DJs. Wir DJs respektieren eure Arbeit, also tut es uns gleich.

…noch mehr Parties, noch mehr Exzesse und noch mehr unvergessliche Nächte mit all jenen, die mich und meine Musik dieses Jahr so unglaublich supportet haben!

Ich freue mich auch 2011 jeden einzelnen von euch auf meinen Tanzflächen zu sehen, über jedes Feedback und jede Kritik - ohne euch alle wäre das alles in 2010 nie klargegangen. Ihr alle seid Teil meiner Musik, Teil meiner Inspiration und der Grund, warum ich meinen Job so liebe. Danke euch allen für dieses großartige Jahr, habt ein frohes Weihnachtsfest und immer dran denken:

Wir sehen uns spätestens 2011!

Philipp

PS.: Eine Kleinigkeit in eigener Sache möchte ich an dieser Stelle noch anmerken: „Totgesagte Leben bekanntlich länger“ – daher freue ich mich schon wahnsinnig darauf, das es am 07. Januar 2011 ein Revival unserer geliebten „House Society“ rund um den umtriebigen Andreas Budin in der Passage gibt! Das Datum also gaaaaanz dick und fett mit rotem Edding im Kalender anstreichen!

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